„Last-Second-Tor“ sorgt für Ekstase beim letzten Spiel der Saison
Die Valentin-Ballmann-Halle bot zum Saisonfinale noch einmal die perfekte Bühne für einen echten Handball-Krimi. Vor erneut großer Kulisse rang die Tuspo den TV Hüttenberg II nach einer dramatischen Schlussphase mit 30:29 nieder und verabschiedete sich damit mit einem emotionalen Heimsieg aus der Saison.
Dabei standen die Vorzeichen alles andere als günstig, denn Tuspo-Coach Philipp Wollbeck musste weiterhin auf Tobias Raab, André Göpfert und Leon Steinbrecher verzichten, kurzfristig fiel zudem auch Jesper Kunkel mit einer Handverletzung aus. Dennoch entwickelte sich von Beginn an eine intensive und temporeiche Partie. Die Gäste aus Hüttenberg erwischten zunächst den besseren Start und setzten sie sich nach zwölf Minuten auf 8:4 ab. Trainer Wollbeck reagierte früh mit einer Auszeit und seine Mannschaft zeigte sofort die gewünschte Reaktion. Vor allem Tom Müller drückte der Partie nun immer mehr seinen Stempel auf. Der Tuspo-Rückraumspieler war von der Hüttenberger Abwehr kaum zu kontrollieren und führte seine Farben mit insgesamt 13 Treffern zurück ins Spiel. Doch auch die Gäste hatten mit Jannis Wrackmeyer (12/4 Tore) ihren überragenden Akteur. Der Hüttenberger Top-Torjäger stellte die Obernburger Defensive über die gesamte Spielzeit vor große Probleme und hielt seine Mannschaft immer wieder in Führung. Dennoch kämpften sich die Gastgeber kurz vor der Pause erstmals zurück und stellten auf 15:15. Mit der letzten Aktion vor dem Seitenwechsel schlug Hüttenberg allerdings noch einmal zurück und nahm eine knappe 16:15-Führung mit in die Kabine.
Auch nach Wiederbeginn blieben zunächst die Gäste tonangebend. Mit einem 4:0-Lauf baute Hüttenberg den Vorsprung bis zur 40. Minute wieder aus und schien beim 22:18 die Kontrolle über das Spiel zu besitzen. Doch die Tuspo stemmte sich mit beeindruckender Moral und großem Kampfgeist gegen die drohende Niederlage. Immer wieder angeführt vom überragenden Tom Müller arbeiteten sich die Gastgeber Tor um Tor heran und verkürzten auf 20:22 (41. Minute). Spätestens jetzt war die Ballmann-Halle endgültig zum Hexenkessel geworden. Selbst als Hüttenberg in der 46. Minute erneut auf 25:21 erhöhte, glaubten weder die heimische Mannschaft noch ihre Fans an eine Vorentscheidung. Mit drei Treffern in Serie war die Partie beim 24:25 (51. Minute) wieder völlig offen. In der Crunchtime überschlugen sich dann die Ereignisse. Fünf Minuten vor dem Ende brachte Tom Müller die Tuspo mit dem 28:27 erstmals überhaupt in Führung. Doch Hüttenberg antwortete prompt, drehte die Begegnung erneut und die Atmosphäre in der Halle erreichte nun ihren Siedepunkt.
40 Sekunden vor Schluss folgte die vielleicht spielentscheidende Szene, denn beim Stand von 29:29 parierte Tuspo-Keeper Florian Eberhardt einen Siebenmeter von Jannis Wrackmeyer und hielt seine Mannschaft damit im Spiel. Die begeisterten Zuschauer standen längst Kopf und sie sollten tatsächlich noch einen perfekten Schlusspunkt erleben.
In der allerletzten Sekunde bekam Obernburg noch einen direkten Freiwurf zugesprochen. Niklas „Carlo“ Geck übernahm die Verantwortung und jagte den Ball spektakulär über die Hüttenberger Mauer hinweg in den Torwinkel. Sekunden später kannte der Jubel in der Ballmann-Halle anschließend keine Grenzen mehr. Die Tuspo krönte eine leidenschaftliche Aufholjagd mit einem glücklichen, aufgrund der Moral aber völlig verdienten 30:29-Heimsieg und bescherte ihren Fans einen Saisonabschluss, den so schnell niemand vergessen wird.
Der überglückliche Tuspo-Trainer Philipp Wollbeck sagte nach dem Spiel: „Eine verrückte Saison, die mit einem verrückten Spiel endet. Am Ende entscheiden heute ganz viel Kampf, der Wille und das niemals Aufgeben sowohl über die Saison als auch über das heutige Spiel.“
Für die Tuspo spielten: Jonathan Bausch (Tor), Florian Eberhardt (Tor); Tom Müller (13), Thomas Keck (7/1), Connor Scheuring (3), Magnus Heinz (2), Julian Klimmer (2), Niklas Geck (1), Max Roos (1), Nicolas Mohr (1), Nicolas Reus, Lukas Hansen, Ben Müller, Leon Steinbrecher (n.e.), Jesper Kunkel (n.e.)











